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Warum Emotionen im Branding dein größter Hebel sind

  • nikoladallavia
  • vor 15 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Ich erinnere mich noch gut an eine Kundin, deren Website technisch perfekt war: modernes Layout, klare Struktur, professionelle Fotos. Und trotzdem sprach sie niemanden an. Der Grund? Es fehlte das Gefühl. Die Seite wirkte technisch, kühl und sie hat nicht berührt. Genau deshalb ist emotionales Branding elementar!



Eine Frau mit Sommerkleidung im Wind


Was ist emotionales Branding überhaupt?


Emotionales Branding bedeutet, dass deine Marke nicht nur gesehen wird, sondern auch gefühlt. Es geht darum, bewusst eine emotionale Verbindung zu schaffen zwischen dir und deiner Zielgruppe.


Warum das wichtig ist? Weil 90 % unserer Kaufentscheidungen emotional getroffen werden. Wir rechtfertigen sie im Nachhinein vielleicht rational, aber die Entscheidung selbst passiert im Bauch, nicht im Kopf. Deine Wunschkund:innen erinnern sich nicht an jedes Detail deines Angebots, aber sie erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt hat, während sie deine Inhalte durchging.


Dein Branding löst bei deinen Kund:innen sofort bestimmte Emotionen aus und genau daraus entstehen die tieferen Gefühle, die deine Marke langfristig mit ihnen verbindet.


Die Macht des ersten Eindrucks


Jetzt denk mal an Social Media: Du hast gerade mal 3 Sekunden (manche sagen sogar weniger), um jemanden zu fesseln, bevor er oder sie weiterscrollt.


Und hier kommt der spannende Teil: Oft ist es nicht nur dein Text, der diese Verbindung auslöst, sondern vor allem die Ästhetik. Ja, eine gute Überschrift macht neugierig, aber der Gesamteindruck ist das, was darüber entscheidet, ob man sich wirklich angezogen fühlt oder nicht. 


Dein Branding ist wie ein Gebäude: Die Architektur bildet die Basis und ist vergleichbar mit deiner Markenpersönlichkeit. Aber die Atmosphäre wird maßgäblich vom Interior Design erzeugt - durch Farben, Licht und Einrichtung. Wenn du einen Raum betrittst, weißt du in Sekunden, ob du dich darin wohl fühlst oder nicht. Ist er beruhigend, warm und einladend? Oder minimalistisch, aufgeräumt und klar? Genau diese Atmosphäre entsteht durch die Ästhetik deiner Marke und sie wirkt noch bevor ein einziges Wort gesprochen bzw. gelesen wurde.



Computer mit einem Bild einer Hand oberhalb der Wasseroberfläche


Häufige Missverständnisse über Emotionen im Branding


Bevor du jetzt denkst: „Okay, dann pack ich einfach schöne Fotos und meine Lieblingsfarben rein und zack, emotionales Branding!“ … dann lass uns ein paar Irrtümer aus dem Weg räumen:


Missverständnis 1:

Deine Lieblingsfarben sind automatisch deine besten Brand-Farben


Das ist so, als würdest du dein Wohnzimmer komplett in deiner Lieblingsfarbe einrichten, ohne zu überlegen, wie sich der Raum anfühlen soll oder wie er auf Gäste wirkt. Nur weil du Dunkelblau liebst, heißt das nicht, dass es die beste Wahl ist, wenn du Wärme und Geborgenheit ausstrahlen willst.

Deine Brand-Farben sollen einerseits dich und dein Business repräsentieren und gleichzeitig sie sind ein Werkzeug, um bei deiner Zielgruppe gezielt Gefühle auszulösen. Manchmal bedeutet das, bewusst andere Farben zu wählen, als die, die du privat bevorzugst. Natürlich musst du dich auch mit ihnen wohl fühlen. Das ist die große Kunst im Brands Design. 


Missverständnis 2:

Emotional heißt nicht „rührselig“ oder „dramatisch“.


Das Wort „emotional“ verbindet man oft mir starken Gefühlen. Doch im Branding geht es mehr um die subtilen Botschaften, die eine bestimmte Atmosphäre schaffen. Damit aktiviert man bestimmte Emotionen und Stimmungen. Es ist ein unbewusster Prozess, der im Hintergrund passiert. Es geht also nicht darum, jemanden zu Tränen zu rühren, sondern Gefühle wie Freude, Vertrauen, Motivation, Geborgenheit oder Abenteuerlust zu wecken.


Missverständnis 3:

Durch schönes Design entstehen nicht automatisch Emotionen


Klar, ein stimmiges, schönes Design ist wichtig, aber ohne Fundament bleibt es oberflächlich. Emotion entsteht nicht nur durch Ästhetik, sondern durch Klarheit über deine Werte, deine Zielgruppe und deine Botschaft. Deshalb beginnt emotionales Branding immer innen:

  • Wer bist du als Marke?

  • Wofür stehst du?

  • Welche Gefühle möchtest du auslösen?

Es ist daher wichtig, deine Zielgruppe zu kennen und zu wissen, welche Gefühle, sie im Scrollen stoppen lässt und sie einlädt, tiefer einzutauchen. Erst wenn das klar ist, kann deine Ästhetik diese Emotionen visuell transportieren.



Warum 0815-Design keine Emotionen weckt


Ein Design, das beliebig wirkt und austauschbar erscheint, schafft selten eine echte Verbindung zu den Menschen. 0815-Design basiert meist auf Vorlagen, Standardfarben oder Schriften, die zwar "funktionieren", aber keine individuelle Geschichte erzählen.


Das Problem: Wenn deine Marke so aussieht wie viele andere, fehlt der emotionale Wiedererkennungswert.

Kund:innen spüren sofort, wenn ein Auftritt nicht authentisch ist und entscheiden sich eher für Marken, die Persönlichkeit, Werte und Emotionen transportieren. Wirkungsvolles Brand Design geht daher immer einen Schritt weiter: Es übersetzt die Essenz deiner Marke in ein visuelles Erlebnis, das berührt und im Gedächtnis bleibt.



Eine tanzenden Frau von Hinten mit lockigem Haar


So weckst du gezielt Emotionen in deinem Branding


Hier kommt die Frage, die ich oft höre: "Okay, aber wie soll meine Marke jetzt genau Gefühle auslösen?" Die Antwort: Über gezielte Gestaltung und über Konsistenz. Hier sind ein paar praktische Ansatzpunkte:


1 // Definiere deine Kern-Emotionen

Wähle drei bis fünf Gefühle, die deine Marke auslösen soll, z. B. Vertrauen, Leichtigkeit, Inspiration, Mut oder Geborgenheit. Diese Begriffe sind dein Kompass für alle Designentscheidungen.


2 // Nutze Farbpsychologie

Farben sprechen eine universelle Sprache. Die Kunst liegt darin, Farben zu wählen, die zu deinen Kern-Emotionen passen und die deine Zielgruppe genau dort abholt, wo sie emotional steht. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann lies meinen Artikel über die Psychologie der Farben.


3 // Wähle Schriften mit Persönlichkeit

Schriften lösen mehr Emotionen aus, als die meisten denken! Eine Schrift kann elegant, verspielt, seriös, persönlich oder modern wirken. Die falsche Typografie kann unbewusst eine völlig andere Botschaft senden als beabsichtigt. Wähle am besten zwei verschiedene Schriften aus, die sich ergänzen und ein harmonisches Miteinander bilden.


4 // Erzähle visuelle Geschichten

Nutze Bilder, die eine Geschichte erzählen, die nicht nur Produkte oder dich selbst zeigen, wie du lächelnd in die Kamera schaust. Ein Beispiel: Eine Yogalehrerin, die nicht nur Asanas zeigt, sondern auch den Moment, wo sie entspannt und zuversichtlich in die Weite schaut, das transportiert ein Lebensgefühl. Dafür empfehle ich ein Brand Shooting bei einem/r Fotograf:in, die genau darauf spezialisiert ist. Es zahl sich aus!


5 // Sprache, die berührt

Dein Wording ist genauso Teil deiner Ästhetik wie deine Farben. Wir neigen oft dazu, sachlich zu schreiben, um professionell zu wirken. Aber der Schlüssel liegt darin, mit deinen Worten bestimmte Bilder in den Köpfen deiner Zielgruppe zu erzeugen. Schreibe so, dass deine Leser:innen nicht nur verstehen, sondern fühlen, was du meinst. Erzähle aus deiner persönlichen Sicht, statt in Marketing-Jargon zu verfallen. Menschen wollen fühlen, wer du bist.


Das Unterbewusstsein deiner Kund:innen ist dein Verbündeter

Oft merken wir gar nicht bewusst, warum uns eine Marke anspricht. Unser Unterbewusstsein verarbeitet Farben, Formen und Sprache blitzschnell und entscheidet, ob wir bleiben oder weiterziehen. Emotionales Branding sorgt dafür, dass diese Entscheidung zu deinen Gunsten ausfällt.



Der größte Fehler: keine emotionale Konsistenz


Einer der Hauptgründe, warum Branding verpufft: Es ist nicht konsistent. Auf Instagram verspielt, auf der Website seriös – das irritiert und verhindert Vertrauen.


Viele glauben, immer die gleichen Farben zu nutzen, sei langweilig und wirke eintönig. Die Wahrheit ist: Konsistenz sorgt für Wiedererkennung und dafür, dass sich deine Marke wie ein vertrautes Gesicht anfühlt. Stell dir vor Ikea würde ständig seine Farben oder sein Logo ändern. Kreativität kannst du trotzdem ausleben, solange dein Kern erkennbar bleibt. Und denk daran, deine Zielgruppe sieht deine Marke nicht so häufig, wie du selbst. 


Ein Praxisbeispiel aus meiner Arbeit: Eine Kundin kam zu mir mit der Bitte, „das Logo mal schöner zu machen“. Im Gespräch stellte sich heraus, dass ihre Kund:innen oft sagten: „Du bist so warmherzig und herzlich, aber das kommt auf deiner Webseite überhaupt nicht rüber.“ Wir haben ihre Werte herausgearbeitet: Herzlichkeit, Ruhe, Kompetenz. Dann Farben, Schriften, Bildsprache und Wording so abgestimmt, dass genau diese Gefühle transportiert werden.


Das Ergebnis: Mehr Anfragen, längere Verweildauer auf der Website und das Feedback: „Endlich fühle ich mich auch online wie ich selbst.“




Wie bringe ich nun Emotionen in mein Branding?


Hier sind 4 Schritte, wie du dein Markendesign so gestaltest, dass es berührt.


  1. Definiere deine Kern-Emotionen

    Welche Gefühle sollen Menschen haben, wenn sie mit deiner Marke interagieren?


  2. Prüfe dein Design

    Unterstützt es diese Gefühle oder steht es im Widerspruch dazu?


  3. Führe einen Konsistenz-Check durch

    Passt dein Auftritt auf allen Kanälen zusammen? 


  4. Hol dir Feedback von anderen

    Was löst dein Markenauftritt bei ihnen aus? 



Fazit:

Emotionales Branding ist kein Luxus, es ist dein Schlüssel


Es sorgt dafür, dass du nicht nur sichtbar wirst, sondern unvergesslich bleibst. Es verbindet, inspiriert und baut Vertrauen auf und das ist die Basis für jede langfristige Kundenbeziehung.



Wenn du dich gerne beraten lassen oder deinem Brand Design mehr Gefühl geben möchtest, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenfreies Kennenlern-Gespräch.






FAQ zum Thema "Emotionen im Branding"


1. Was bedeutet emotionales Branding?

Emotionales Branding bedeutet, dass eine Marke nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt wird. Es geht darum, eine emotionale Verbindung zwischen Marke und Zielgruppe aufzubauen, die über reines Design hinausgeht.

2. Warum sind Emotionen im Branding so wichtig?

Rund 90 % unserer Kaufentscheidungen werden emotional getroffen. Menschen erinnern sich weniger an Details eines Angebots, aber sehr stark daran, wie sie sich im Kontakt mit einer Marke gefühlt haben.

3. Woran erkennt man 0815-Design ohne Emotion?

0815-Design basiert oft auf Vorlagen, Standardfarben und Schriften. Es wirkt austauschbar und transportiert keine individuelle Geschichte. Dadurch fehlt der emotionale Wiedererkennungswert.

4. Welche Missverständnisse gibt es beim emotionalen Branding?

  • Lieblingsfarben sind nicht automatisch die besten Brand-Farben.

  • Emotional bedeutet nicht „dramatisch“ oder „rührselig“.

  • Schönes Design allein reicht nicht, ohne klare Werte und Markenbotschaft.

5. Wie kann man gezielt Emotionen im Branding wecken?

Durch klare Definition von Kern-Emotionen, den gezielten Einsatz von Farbpsychologie, passende Typografie, visuelle Geschichten und eine Sprache, die berührt. Konsistenz über alle Kanäle hinweg ist dabei entscheidend.

6. Warum spielt Konsistenz im Branding eine so große Rolle?

Inkonsistenz (z. B. verspielt auf Social Media, seriös auf der Website) verhindert Vertrauen. Konsistenz sorgt für Wiedererkennung und dafür, dass eine Marke wie ein vertrautes Gesicht wirkt.

7. Wie finde ich heraus, ob mein Branding Emotionen auslöst?

Indem man Feedback einholt und die Reaktionen der Zielgruppe prüft. Fragen wie „Wie fühlst du dich, wenn du meine Marke siehst?“ oder Analysen von Verweildauer und Anfragen geben wertvolle Hinweise.


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